Nähere Angaben, die den Ort der Aufnahme bzw. eventuelle Begleitumstände beschreiben, entnehmen Sie bitte der Seite "Lebensraum Stux".
Bitte beachten: Es ist streng verboten, Orchideen der freien Natur zu entnehmen. Wer sie dennoch im Garten anpflanzen will, kann sie über darauf spezialisierte Orchideengärtnereien beziehen, wo man heute vernünftige Qualität zu einem akzeptablen Preis bekommt (blühfähige Ragwurz-Arten gibt es dort z. B. schon für 15 Euro).
Seit Anfang 2004 versuche ich, einheimische Orchideen im Garten anzusiedeln, in der Hoffnung, daß sie hier und im Idealfall in der Umgebung heimisch werden. Dabei handelt es sich fast ausschließlich um Arten, die auf dem Meßtischblatt 5409 (auf dem Unkel ganz im Nordwesten liegt) nachgewiesen sind oder es bis 1980 waren (näheres dazu in den einzelnen Artbeschreibungen). Die ersten Ergebnisse machen jedenfalls Mut: mit Ausnahme des einheimischen Frauenschuhs Cypripedium calceolus haben sich die Pflanzen bislang gut entwickelt. Weitere Arten kamen im Herbst 2006 hinzu. Schaun mer mal.
Beim Pflanzen von Orchideen sollte man sich an die natürlichen Lebensbedingungen der einzelnen Arten halten. So sind alle hier gezeigten Arten auf kalkhaltigen Boden angewiesen; soweit nicht anders vermerkt, handelt es sich ausschließlich um Bewohner von Trockenrasenstandorten.
Alle hier angepflanzten Orchideen stammen aus gärtnerischer Vermehrung und sind keine Naturentnahmen.
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland 2 (stark gefährdet), in NRW 1 (vom Aussterben bedroht) Pflanzdatum: Herbst 2006 Die Pyramidenorchis Anacamptis pyramidalis ist in Deutschland stark im Rückgang begriffen. Sie kann bis zu 50 cm hoch werden und ist eine Art der extensiv genutzten Kalkmagerwiesen. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt gibt es nur Nachweise von vor 1980.
Rote-Liste-Einordnung 3 (gefährdet) Pflanzdatum Frühjahr 2004 Das Gefleckte Knabenkraut Dactylorhiza maculata ist eine noch relativ häufige, sehr variable Orchidee. Bei der Blütenfarbe treten alle Schattierungen zwischen Weiß und Violett auf. Die Blätter sind auf der Oberseite gefleckt. Es bevorzugt einen eher mäßig feuchten Standort, in etwa 20 Metern entfernung von Felsen wächst diese Art hier dennoch recht gut und blüht jedes Jahr. Diese Art wird bis 50 cm hoch und blüht von Juni - Juli.
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland und NRW 3 (gefährdet) Pflanzdatum Frühjahr 2005 Das Breitblättrige Knabenkraut Dactylorhiza majalis ist eine unserer häufigsten Orchideen, aber auch hier nehmen die Bestände in letzter Zeit oft deutlich ab. Es bevorzugt einen eher feuchten Standort, hat sich aber bei mir gut entwickelt. Das Knabenkraut wird etwa 40 cm groß; Blütezeit ist Mai - Juni. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt gibt es nur Nachweise von vor 1980.
Knabenkräuter können sich auch vegetativ vermehren, indem sie im Jahr mehr als nur eine neue Knolle bilden. So ist aus einer in Jahr 2005 gepflanzten Knolle in 2009 ein Horst von 9 Pflanzen geworden (siehe Bilder). Diese wurden am 30. 12. 2009 ausgepflanzt, getrennt und wieder neu gepflanzt. Ebenso wurde kurz zuvor mit einigen Horsten von Orchis mascula verfahren. Das Anwachsen geschieht im Allgemeinen problemlos.
Pflanzdatum Frühjahr 2007 Der Breitblättrige Stendelwurz, Epipactis helleborine, kann bis zu 1 Meter hoch werden und ist eine unserer häufigsten Orchideenarten, eine Gefährdung ist bislang nicht zu erkennen. Die Art wächst in Wäldern und an Waldrändern, volle Besonnung meidet sie.
Der Breitblättrige Stendelwurz Epipachtis helleborine ist die Orchidee des Jahres 2006.
Violetter Stendelwurz (Epipactis purpurata)
Mai 2007
Blütenstand im Detail
Pflanzdatum Frühjahr 2007 Rote-Liste-Einordnung in NRW 2 (stark gefährdet) Die Violette Stendelwurz, Epipactis purpurata, wird bis zu 70 cm hoch. Es ist eine recht häufige Art kalkhaltiger Buchenwälder. Sie bevorzugt einen eher schattigen Lebensraum.
Rote-Liste-Einordnung in NRW 3 (gefährdet) Pflanzdatum: Herbst 2006 Der Mücken-Händelwurz Gymnadenia conopsea ist eine noch recht häufige Orchideenart auf Kalkboden, die mit den unterschiedlichsten Feuchtigkeitsstufen zurechtkommt. Sie kann über einen halben Meter groß werden. Ob sie hier gute Wachstumsbedingungen vorfindet, wird sich frühestens in 2008 zeigen.
Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
11. 10. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
06. 04. 08 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
14. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
15. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
15. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
15. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
20. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
24. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
27. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
29. 05. 09 Hummel-Ragwurz (Ophrys holoserica)
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland 2 (stark gefährdet), in NRW 0 (ausgestorben), in RPf nicht geführt. Pflanzdatum: Frühjahr 2007 Die Hummel-Ragwurz Ophrys holoserica (Syn. fuciflora) ist in Deutschland sehr selten; in RPf ist sie lediglich im der südlichen Eifel häufiger zu finden. Sie bevorzugt kalkhaltigen Halbtrockenrasen und wird bis zu 40 cm hoch. Die recht große Einzelblüte kann über 2,5 cm lang werden. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt ist die Art nur vor 1980 nachgewiesen.
Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
10. 04. 07 Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
16. 04. 07 Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
10. 04. 07 Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
13. 05. 07 Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
13. 05. 07 Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland und NRW 3 (gefährdet), in RPf nicht geführt. Pflanzdatum: Herbst 2006 Der Fliegenragwurz Ophrys insectifera ist die häufigste Ragwurz-Art in Deutschland und kann bis zu 30 cm groß werden. Sie ist eine Pflanze kalkhaltiger Trocken-Magerrasen und blüht im Mai und Juni. In unserem Garten scheint sie zu kümmern, vielleicht sind die Bodenverhältnisse für diese Art nicht ideal. Wir werden sehen, wie sie sich entwickeln. Die Bestäubung erfolgt durch Grabwespen - Männchen, die sie mittels Pheromonen (Sexuallockstoffen) anlockt.
Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
31. 12. 06 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
14. 03. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
06. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
17. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
17. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
24. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
25. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
25. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
27. 04. 08 Spinnenragwurz (Ophrys sphegodes)
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland 2 (stark gefährdet) Pflanzdatum Frühjahr 2005 sowie Herbst 2006 Der Spinnenragwurz Ophrys sphegodes ist eine unserer seltensten Orchideen.Nur an wenigen Orten in Deutschlkand ist sie noch häufiger zu finden, vielerorts wurde sie aber von "Orchideenliebhabern" ausgerottet. Der Spinnenragwurz ist eine kleine Orchidee, die maximal 30 cm groß wird und von Mai - Juni blüht. Sie ist hier ausgezeichnet angegangen. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt gibt es keine Nachweise.
Rote-Liste-Einordnung in NRW V (Art der Vorwarnstufe) Pflanzdatum Frühjahr 2006 Das Männliche Knabenkraut Orchis mascula ist noch eine unserer häufigsten Orchideen und kann bis zu 40 cm groß werden. Es bevorzugt einen zwar kalkhaltigen, aber etwas feuchteren Standort, wächst jedoch auf dem lehmigen Teil des Gartens ausgezeichnet. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt ist es nachgewiesen.
Zur Vermehrung siehe Dactylorhiza majalis.
Helmknabenkraut (Orchis militaris)
10. 03. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
29. 04. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
30. 04. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
03. 05. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
03. 05. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
05. 05. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
05. 05. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
05. 05. 08 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
30. 04. 09 Helmknabenkraut (Orchis militaris)
Rote-Liste-Einordnung: Deutschland 3 (gefährdet), NRW 2 (stark gefährdet), RPf nicht geführt. Pflanzdatum: Herbst 2007
Das Helmknabenkraut Orchis militaris hat seinen Namen (auch den lateinischen, miles = Soldat) von der Helmform der Blüte, die an einen antiken Militärhelm erinnert. Die Pflanze kann bis zu 60 cm groß werden und blüht von April - Mai. In Deutschland ist die Art vor allem in der Südhälfte in klimatisch begünstigten Gebieten (Weinbau) verbreitet. Sie bevorzugt trockenen bis halbtrockenen, kalkhaltigen Boden und steht meist voll besonnt bis halbschattig. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt ist die Art nach 1980 nachgewiesen.
Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
20. 09. 08 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
10. 11. 07 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
15. 03. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
03. 04. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
06. 04. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
09. 04. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
10. 04. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
10. 04. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
12. 04. 09 Kleines Knabenkraut (Orchis morio)
Rote-Liste-Einordnung in Deutschland 2 (stark gefährdet), NRW 1 (vom Aussterben bedroht), in RPf nicht geführt. Pflanzdatum: Herbst 2007 Das Kleine Knabenkraut oder Salem-Knabenkraut, Orchis morio, war früher die häufigste Knabenkrautart in Deutschland, was ihr auch den Namen „Gemeines Knabenkraut“ eingebracht hat; mancherorts hatte es sogar wirtschaftliche Bedeutung, da die Knollen gesammelt („Salep-Knollen“) und medizinisch genutzt wurden. Durch Veränderung der Landwirtschaft (Aufgabe extensiver Viehweiden, Düngung von Wiesen, Verbuschung etc.) ist es vielerorts sehr selten geworden oder schon ausgestorben. Wie alle Orchis-Arten bildet sich die Blattrosette bereits im Herbst. Das Kleine Knabenkraut erreiche eine Höhe von bis zu 30 cm und blüht von April - Mai. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt ist das Kleine Knabenkraut nur vor 1980 nachgewiesen.
Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
10. 03. 08 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
20. 03. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
09. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
11. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
15. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
16. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
20. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
19. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
19. 04. 09 Purpurknabenkraut (Orchis purpurea)
Rote-Liste-Einordnung: Deutschland 3 (gefährdet), NRW 2 (stark gefährdet), RPf nicht geführt. Pflanzdatum: Herbst 2007 Das Purpurknabenkraut Orchis purpurea ist die größte einheimische Knabenkraut-Art; sie wird bis zu 80 cm hoch und blüht von Mai - Juni. Die Pflanze ist sehr wärmeliebend, die Verbreitungsschwerpunkte in Deutschland sind Rheinland-Pfalz (südliche Eifel, Rheintal bei Koblenz) und das Saarland. Bevorzugt wächst sie in lichten, trockenen bis halbtrockenen Wäldern und steht gern halbschattig. Auf dem zugrunde liegenden Meßtischblatt ist die Art nach 1980 nachgewiesen.