In Deutschland gibt es über 500 Wildbienenarten, zu denen auch die Hummeln sowie die Grab- und Solitärwespen gehören. Sie zählen allesamt zu den Nützlingen: Grab- und Solitärwespen vertilgen große Mengen Schadinsekten, Bienen und Hummeln bestäuben Blüten. Gerade in kalten Frühjahren (die Honigbiene fliegt erst ab 12 Grad, Wildbienen und Hummeln schon bei deutlich niedrigeren Temperaturen) wird so eine gewisse "Grundbestäubung" der Obst- und Beerenfrüchte gesichert. Da der menschliche Drang, aufzuräumen, auch vor der Natur nicht haltmacht (Beseitigung von Totholz oder Steinhaufen, regelmäßig gemähter und gedüngter Rasen), werden die natürlichen Nistmöglichkeiten für Wildbienen immer seltener. Durch das Anbringen sogenannter "Bienenhotels" kann man da unterstützend eingreifen: dabei handelt es sich um künstliche Nistmöglichkeiten (etwa ein Stammabschnitt, in den verschieden große Löcher gebohrt werden, oder Bündel aus Schilf oder Bambusstangen), die an einem regengeschützten, möglichst warmen (Südausrichtung) Platz am Haus angebracht werden. Da Wildbienen nur in großer Gefahr stechen und nicht, wie die Honigbiene oder manche Wespen, aktiv angreifen, sind sie für den Menschen weitgehend ungefährlich.
Hummeln
Gartenhummel (Bombus hortorum)
16. 03. 07 Gartenhummel (Bombus hortorum) Königin (det. Christian Schmid-Egger)
16. 03. 07 Gartenhummel (Bombus hortorum) Königin (det. Christian Schmid-Egger)
30. 03. 07 Gartenhummel (Bombus hortorum) Königin (det. Christian Schmid-Egger)
Die Gartenhummel Bombus hortorum ist eine allgemein recht häufige Art, hier aber kommt sie seltener vor als die Erdhummeln oder die Baum- oder Steinhummeln. Königin bzw. Arbeiterin können bis zu 22 bzw. 16 mm lang werden. Die Nester werden sowohl ober- als auch unterirdisch angelegt; eine Kolonie kann bis zu 120 Individuen beherbergen. Christian Schmid-Egger stieß sich etwas an der breiten zweiten Binde auf dem Thorax der Königin vom 16. 03. 07: diese könnte auch auf die Feldhummel, Bombus ruderatus, hindeuten; diese ist jedoch sehr selten; in den Bundesländern, in denen sie in der Roten Liste geführt ist, ist sie vom Aussterben bedroht.
Baumhummel (Bombus hypnorum)
05. 03. 07 Baumhummel (Bombus hypnorum) (conf. Christian Schmid-Egger)
05. 03. 07 Baumhummel (Bombus hypnorum)
Die Baumhummel Bombus hypnorum ist eine der häufigsten Hummelarten in Deutschland und auch hier am Stux ist sie häufig anzutreffen. Die Nester werden oberirdisch gebaut, oft in Nistkästen. Das Hummelvolk kann eine Stärke von mehreren Hundert Exemplaren erreichen.
Die Steinhummel Bombus lapidarius, Insekt des Jahres 2005, ist in Deutschland noch recht häufig und hier am Stux vielleicht die häufigste Hummelart. Die Königin wird bis zu 22 mm lang, die Arbeiterin nur etwa 16 mm. Das Nest wird in verschiedenen geeigneten Hohlräumen angelegt, sowohl ober- als auch unterirdisch. Das Volk kann bis zu 300 Individuen umfassen. Die Steinhummel ist das "Insekt des Jahres 2005"
Die Helle Erdhummel Bombus lucorum ist ein Ubiquist, sie besiedelt fast alle Biotope, in den Alpen geht sie bis auf über 2000 m; daher ist auch diese Art bei uns noch recht häufig anzutreffen. Die Königinnen werden bis 21, die Arbeiterinnen bis 16 mm lang. Das Nest befindet sich, wie der Name schon sagt, stets unter der Erde. Das Volk kann bis zu 400 Individuen stark werden.
Ackerhummel (Bombus pascuorum)
28. 03. 07 Ackerhummel (Bombus pascuorum)
20. 07. 06 Ackerhummel (Bombus pascuorum) (det. Christian Schmidt-Egger)
20. 07. 06 Ackerhummel (Bombus pascuorum) (det. Christian Schmidt-Egger)
24. 05. 10 Ackerhummel (Bombus pascuorum) Nest in einem Meisenkasten auf einer Trockenmauer
Die Ackerhummel Bombus pasquorum ist ebenfalls ein Ubiquist, also ein Bewohner unterschiedlicher Biotope, und desshalb in Deutschland häufig anzutreffen. Mit bis zu 18 mm Größe (Königin) bzw. 15 mm (Arbeiterin) ist sie eine unserer kleineren Hummelarten. Das Nest kann sowohl über- als auch unterirdisch angelegt werden und bis zu 150 Individuen beherbergen.
Wiesenhummel (Bombus pratorum)
02. 04. 07 Wiesenhummel (Bombus pratorum) Königin (conf. Christian Schmid-Egger)
28. 04. 07 Wiesenhummel (Bombus pratorum)
Die Wiesenhummel Bombus pratorum ist eine Art des offenen Geländes, eventuell noch bis an den Waldrand. In Deutschland ist sie häufig anzutreffen, allerdings gehört sie hier bei uns zu den weniger häufigen Arten. Mit einer Körperlänge von bis zu 17 mm bei der Königin bzw. 14 mm bei der Arbeiterin ist sie eine unserer kleinsten Hummeln. Das Nest kann sowohl ober- als auch unterirdisch angelegt werden. Ein ausgewachsenes Volk kann bis zu 120 Exemplare umfassen.
Erdhummel (Bombus terrestris)
10. 03. 07 Erdhummel (Bombus terrestris) Königin
31. 03. 07 Erdhummel (Bombus terrestris) Königin
31. 03. 07 Erdhummel (Bombus terrestris) Königin
08. 05. 10 Erdhummel (Bombus terrestris) Königin
Die Dunkle Erdhummel Bombus terrestris ist hier am Stux häufig anzutreffen, allgemein ist sie eine der häufigsten Hummelarten. Königin bzw. Arbeiterin werden 23 bzw. bis 17 mm groß. Die Nester liegen meist, aber nicht immer, unter der Erde, oft in alten Mäusenestern.
Die Schmarotzer- oder Kuckuckshummeln bauen keine eigenen Nester, sondern leben solitär. Ihre Eier legen sie in die Nester anderer Hummeln, denen sie die Larvenaufzucht überlassen. Die Keusche Schmarotzerhummel wird etwa 2 cm groß (Königin) und ist in ganz Deutschland verbreitet. Als Wirt dient die Erdhummel.
Die Angebundene Kuckuckshummel Bombus bohemicus wird bis zu 2,5 cm groß (Königin) und ist in ganz Deutschland nicht selten. Auch ihr Wirt ist die Erdhummel.
Erd- oder Sandbienen
Von den über 500 Wildbienenarten in Deutschland gehören etwa 100 zu der Erd- oder Sandbienen der Gattung Andrena. Die Bienen, die zwar einzeln leben ("Solitärbienen"), aber auch größere Kolonien bilden können, bauen ihre Nester in lockerem, vegetationsarmem und trockenem Erdboden, der in unserer aufgeräumten Natur immer seltener wird. Die weiblichen Tiere graben eine Niströhre mit Nistkammern, in die ein Ei und Nahrung für die Larve abgelegt werden. Anschließend wird alles verschlossen. Die fertigen Bienen schlüpfen meist im nächsten Frühjahr; nur wenige Arten bilden 2 Generationen aus. An den Sandbienen parasitieren Kuckucksbienen der Gattung Nomada; dabei ist meist eine Nomada-Art an eine bestimmte Andrena-Art gebunden und so von ihr abhängig.
14. 03. 09 Zweifarbige Sandbiene (Andrena bicolor) (conf. Christian Schmid-Egger)
14. 03. 09 Zweifarbige Sandbiene (Andrena bicolor) (conf. Christian Schmid-Egger)
Die Zweifarbige Sandbiene Andrena bicolor wird bis zu 1 cm lang. Sie ist eine Solitärbiene, das heißt, sie bildet keine Kolonien, sondern zieht ihren Nachwuchs sozusagen "im Alleingang" auf. Dazu gräbt sie bis zu 1 m tiefe Höhlen in den Boden.
Andrena cineraria
16. 04. 10 Andrena cineraria (conf. Andreas Haselböck)
16. 04. 10 Andrena cineraria (conf. Andreas Haselböck)
16. 04. 10 Andrena cineraria (conf. Andreas Haselböck)
20. 04. 10 Andrena cineraria
20. 04. 10 Andrena cineraria
20. 04. 10 Andrena cineraria
Andrena cineraria erreicht eine Länge von 10 - 14 mm und ist allgemein recht häufig. Die Bienen fliegen von März - Mai in einer Generation pro Jahr; die Überwinterung erfolgt als fertiges Insekt. In der Nahrung ist sie nicht wählerisch und fliegt die Blüten von mehreren Pflanzenfamilien an. Parasiten sind die Wespenbiene Nomada lathburiana und Nomada goodeniana.
Andrena clarkella
30. 03. 10 Andrena clarkella (det. Jürgen Peters)
30. 03. 10 Andrena clarkella (det. Jürgen Peters)
Andrena clarkella, die etwa die Größe einer Honigbiene erreicht, ist eine der frühesten Sandbienen im Jahr und fliegt teilweise schon ab Mitte März bis Mai in einer Generation. Die recht häufige Art lebt ausschließlich an den Pollen von Weiden.
Andrena flavipes
02. 04. 07 Andrena flavipes Männchen (det. Christian Schmid-Egger)
Andrena flavipes, eine Sand- oder Erdbiene, kommt fast überall recht häufig vor. Die Tiere werden knapp 1,5 cm groß. Auf geeignetem Boden (mit wenig Vegetation) graben die Weibchen ihre Nester, oft in großen, aber unzusammenhängenden Kolonien.
Andrena fulva
25. 03. 07 Andrena fulva (det. Martin Held)
25. 03. 07 Andrena fulva
30. 04. 08 Andrena fulva (conf. Christian Schmid-Egger)
Die attraktive Goldbiene Andrena fulva ist eine recht häufige Sand- bzw. Erdbiene. Sie baut ihre Nester an vegetationsarmen Orten, etwa an Wegen, zwischen Plattenfugen usw.
Schöne Erdbiene (Andrena haemorrhoa)
12. 04. 08 Schöne Erdbiene (Andrena haemorrhoa) (det. Christian Schmid-Egger)
Die Schöne Erdbiene Andrena haemorrhoa wird gut 1 cm lang. Sie bewohnt die unterschiedlichsten Lebensräume und besucht fast alle Blütenpflanzen; daher gehört sie auch zu den wenigen nicht gefährdeten Andrena-Arten.
Andrena labiata
03. 05. 09 Andrena labiata (det. Christian Schmid-Egger)
Andrena labiata wird etwa 1 cm lang und ist allgemein nicht häufig. Die Art hat eine Vorliebe für die Blüten des Ehrenpreis (Veronica sp.), aber auch eine Vielzahl anderer Blüten werden besucht. Andrena labiata ähnelt sehr den Blutbienen der Gattung Sphecodes.
Andrena minutula
12. 04. 08 Andrena sp., evtl. minutula (det. Christian Schmid-Egger)
12. 04. 08 Andrena sp., evtl. minutula (det. Christian Schmid-Egger)
Andrena minutula ist mit bis zu 7 mm Körperlänge eine der kleineren Erdbienenarten. Sie lebt in einzelnen, selbstgegrabenen Nestern und ist in der Wahl der Blüten, die sie besucht, nicht wählerisch. äußerlich ist sie von einigen anderen Arten (a. minutuloides, subopaca etc.) nicht zu unterscheiden.
Die Rote Mauerbiene Osmia bicornis wird etwa 1 cm lang. Sie nisten in Hohlräumen wie etwa Löcher in Mauern und ist die häufigste Osmia-Art in Deutschland.
Langhornbiene Eucera
30. 04. 08 Eucera sp.
30. 04. 08 Eucera sp.
12. 05. 05 Eucera sp.
08. 05. 10 Eucera sp.
08. 05. 10 Eucera sp.
08. 05. 10 Eucera sp.
Die Langhornbienen der Gattung Eucera sind nur schwer voneinander zu unterscheiden; ihren Namen haben sie von den langen Fühlern der Männchen. Sie fliegen vorwiegend in trocken-heißen Steppengebieten; alle Arten sind recht selten und stehen in den Roten Listen. In Deutschland gibt es 8 Arten. Die Weibchen graben Nester in den Boden.
Frühlings-Trauerbiene (Melecta albifrons)
25. 04. 07 Frühlings-Trauerbiene (Melecta albifrons) (det. Christian Schmid-Egger)
Die Frühlings-Trauerbiene Melecta albifrons wird etwa 1,5 cm groß und fliegt im April und Mai. Wie alle Trauerbienen-Arten parasitiert auch diese Art in den Nestern verschiedener Anthophora - (Pelzbienen - ) Arten, speziell Anthophora plumipes und ist daher auf die gleichen Habitate (steile Uferböschungen, Trockenmauern etc.) angewiesen.
Woll- oder Harzbiene (Anthidium manicatum)
13. 07. 04 Wollbiene (Anthidium cf. manicatum)
13. 07. 04 Wollbiene (Anthidium cf. manicatum)
Die Woll- oder Harzbienen der Gattung Anthidium haben ihren deutschen Namen daher, dass sich die Larven in einer Hülle aus abgeschabten Pflanzenfasern entwickeln. Anthidium manicatum ist die häufigste Art der Gattung. Sie wird etwa 1,5 cm groß und ist in unserem Garten häufig an den Blüten von Sedum-Arten zu finden. Sie bewegt sich dabei aber sehr flink, fast hektisch, was das fotografieren sehr schwierig macht.
Blutbiene Sphecodes sp.
08. 08. 06 Blutbiene Sphecodes sp. (det. Christian Schmid-Egger)
08. 08. 06 Blutbiene Sphecodes sp. (det. Christian Schmid-Egger)
In Deutschland gibt es insgesamt etwa 25 Blutbienen - Arten, die vom Bild her nicht voneinander zu unterscheiden sind. Die Weibchen legen ihre Eier in die Nester anderer Bienen, wo die Larven an der Bienenbrut und den Vorräten parasitieren.
Furchenbiene Halictus cf. scabiosae
10. 08. 06 Furchenbiene (Halictus cf. scabiosae) (det. Christian Schmid-Egger)
In Deutschland leben etwa 37 Furchenbienen - Arten. Bei diesen Bienen gibt es alle übergänge von solitär lebenden Arten bis hin zu sozial lebenden, staatenbildenden Insekten. Viele Arten gelten als stark gefährdet.
Wespenbiene Nomada cf. flava
21. 04. 08 Nomada cf. flava (det. Wolfgang Rutkies, Christian Schmid-Egger)
21. 04. 08 Nomada cf. flava (det. Wolfgang Rutkies, Christian Schmid-Egger)
21. 04. 08 Nomada cf. flava (det. Wolfgang Rutkies, Christian Schmid-Egger)
Die Wespenbienen gehören zwar zu den Bienen, haben ihren Namen aber wegen ihres wespenähnlichen Aussehens. Alle Arten leben parasitisch bei anderen solitären Bienenarten, meist bei Andrena-Arten; es handelt sich also um sog. "Kuckucksbienen". Das Weibchen legt dazu ein Ei in eine Wabe einer Solitärbiene; die schlüpfende Larve ernährt sich von der anderen Larve sowie deren Futtervorrat. Da sich viele Nomada-Arten ausgesprochen ähnlich sehen, sind sie vom Foto her kaum zu unterscheiden.